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Corona-News am Dienstag: Tür-zu-Tür-Tests für Zehntausende Engländer – DER SPIEGEL

Dem WHO-Besuch in Wuhan waren intensive Verhandlungen über den Zugang zu Informationen über das Virus und seinen vermuteten Ursprung in der Stadt Wuhan vorausgegangen. Am Montag wiesen WHO-Beamte in Genf Behauptungen zurück, die internationalen Experten bekämen nicht genug Zugang zu Daten.

Bayer hofft Anfang 2022 auf erste Curevac-Impfdosen

07.54 Uhr: Der Pharmariese Bayer rechnet damit, den von Kooperationspartner Curevac entwickelten Impfstoff ungefähr Anfang 2022 auf den Markt bringen zu können. Wenn alles gut laufe, könne es gelingen, »in etwa einem Jahr oder sogar schneller« das Vakzin zur Verfügung zu stellen, sagt Bayer-Vorstandsmitglied Stefan Oelrich im ARD Morgenmagazin. Der Curevac-Impfstoff ist noch nicht zugelassen – ebenso wenig wie das Bayer-Werk in Wuppertal, in dem das Vakzin produziert werden soll.

Sozialverbände pochen auf mehr Hilfe für die Ärmsten in der Krise

07.30 Uhr: Hilfe gefordert für die Ärmeren: Sozialverbände fordern von der Koalition, die Probleme der Benachteiligten in der Pandemie stärker zu berücksichtigen. Sie sehen die Ärmeren stärker von einer Corona-Infektion bedroht, warnen vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Impfen und fordern mehr finanzielle Unterstützung der Betroffenen. »Ein finanzieller Zuschuss für alle, die Grundsicherung beziehen, ist überfällig«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider.

Auch der Sozialverband VdK drückt in der Debatte um einen Corona-Zuschuss für Menschen in Grundsicherung aufs Tempo. »Wir begrüßen, dass Minister Heil angekündigt hat, endlich einen Corona-Mehrbedarf zu gewähren«, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. »Wir fordern die Politik auf, jetzt zu handeln, nicht erst nach der Wahl.«

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte Vorschläge für einen Corona-Zuschuss für ärmere Menschen angekündigt. SPD-Chefin Saskia Esken hatte daraufhin die Erwartung an die Union ausgedrückt, beim anstehenden Koalitionsausschuss grünes Licht für ein solches Vorhaben zu geben. Die Spitzen von Union und SPD wollen voraussichtlich an diesem Mittwoch über nun anstehende Projekte beraten. Mit dabei soll voraussichtlich erstmals der neue CDU-Chef Armin Laschet sein. Sozialverbände hatten zuletzt einen Zuschuss von monatlich 100 Euro gefordert.

China: Mehr als 80 Verdächtige wegen gefälschten Corona-Impfdosen festgenommen

07:02 Uhr: Die chinesische Polizei hat eine kriminelle Bande zerschlagen, die gefälschte Impfstoffe gegen das Coronavirus hergestellt hat. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete, wurden mehr als 80 Verdächtige festgenommen. Bei Razzien in der Hauptstadt Peking sowie in mehreren Städten der östlichen Provinzen Jiangsu and Shandong wurden demnach insgesamt mehr als 3000 gefälschte Impfdosen beschlagnahmt.

Die Bande hatte laut Xinhua Salzwasser in Ampullen gefüllt und diese als Impfdosen verkauft. Die chinesischen Staatsmedien machten keine Angaben dazu, wieviele der falschen Impfampullen verkauft wurden.

Das chinesische Staatsunternehmen Sinopharm hat ein Vakzin gegen das Coronavirus entwickelt, das im Dezember von den Behörden des Landes zur allgemeinen Verabreichung an die Bevölkerung zugelassen worden war.

Bis zum Chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar sollen in der Volksrepublik 50 Millionen Menschen gegen die von dem Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 geimpft werden. Rund um den Neujahrstag reisen normalerweise Millionen von Chinesen zu Familienbesuchen durch das Land. In diesem Jahr appellieren die Behörden wegen der Pandemie jedoch an die Menschen, auf solche Reisen zu verzichten.

WHO-Expertin: Bei Corona-Forschung Langzeitfolgen nicht aus dem Blick verlieren

05.30 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie liegt derzeit das Hauptaugenmerk auf Impfstoffen und der Erforschung neuer Virus-Varianten. Doch nach Einschätzung der WHO-Expertin Janet Diaz sind Forschungen über die langfristigen Folgen mancher Corona-Infektionen, die unter dem Schlagwort »Long Covid« zusammengefasst werden, genauso wichtig. »Wir haben immer noch nicht vollständig ergründet, was Long Covid ist«, sagte Diaz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Es gebe »da noch einiges zu lernen«, sagte die Long-Covid-Beauftragte im WHO-Notfallprogramm für die Corona-Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation richtet daher am 9. Februar das erste globale Long-Covid-Seminar mit Wissenschaftlern und Ärzten aus. Danach soll der Austausch zu dem Thema in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.

Bezeichnenderweise gibt es noch keinen offiziellen Namen für das Auftreten von Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion – obwohl Millionen Menschen unter ihnen leiden, chronisch müde sind beispielsweise oder rasch die Puste verlieren. Die WHO spricht vorerst von einer »Post-Covid-Verfassung«, aber auch Begriffe wie post-akutes Covid-Syndrom werden verwendet.

Mittlerweile gibt es laut Diaz einen intensiven Austausch zwischen den Betroffenen sowie mehrere Studien, für die Covid-19-Patienten über einen längeren Zeitraum beobachtet wurden. Außerdem hätten Wissenschaftler begonnen, sich mit den zugrundelegenden Faktoren zu befassen. »Jetzt haben wir wahrscheinlich genügend Anschauungsmaterial und Daten, um damit zu beginnen, das alles zusammenzubringen«, sagte Diaz mit Blick auf die geplante Fachtagung kommende Woche.

Dort soll eine Definition und ein offizieller Name für die Corona-Langzeitfolgen gefunden und Standards für die Erhebung von Daten dazu festgelegt werden. Außerdem soll die Teilnahme von Geldgebern an der Veranstaltung der Long-Covid-Forschung einen Schub geben.

Für Betroffene hat Diaz eine ermutigende Nachricht: »Es kann lange dauern, aber letzten Endes werden sie wieder ganz gesund.«

Nachfrage nach Ferienimmobilien steigt in der Coronakrise

05.20 Uhr: Ferienimmobilien in Deutschland sind in der Coronakrise begehrt. Noch mehr Menschen als vor der Pandemie schätzten eigene Zweitwohnungen oder -Häuser für den Urlaub oder als Rückzugsort, berichten Immobilienmakler. »Die Nachfrage nach Ferienimmobilien ist definitiv höher als vor der Krise«, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter beim Makler von Poll Immobilien. »Der Wunsch, aus der Stadt in die Natur zu entfliehen und Kontakten aus dem Weg gehen zu können, hat sich noch verstärkt«.

Die Preise beispielsweise für die begehrten Ferienwohnungen auf den Nordseeinseln, die schon vor der Pandemie 10.000 Euro je Quadratmeter und mehr kosteten, seien 2020 nochmals um rund 20 Prozent gestiegen. Im Vordergrund stehe die Eigennutzung, nicht das Vermieten.

Die Nachfrage balle sich unverändert in den Urlaubsregionen wie Nord- und Ostsee, Alpen und Schwarzwald, sagt Ritter. »In der Coronakrise werden aber auch Regionen beliebter, die im Schatten der Top-Ziele stehen, zum Beispiel Eifel, Mosel, Spreewald und Mecklenburgische Seenplatte.« Sie profitierten davon, dass sie nahe an Metropolen wie Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Berlin liegen. Die Pandemie stärke den deutschen Markt.

Auch der Makler Engel & Völkers verzeichnet ein verstärktes Interesse an Ferienimmobilien in Deutschland. »Die Nachfrage an der Nord- und Ostseeküste sowie in den Alpenregionen und an den süddeutschen Seen ist infolge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen«, sagt Vorstandsmitglied Kai Enders. Höhere Preise im Verkauf und in der Vermietung bestätigten das. »Durch den Boom des Inlandsurlaubs suchen mehr Kaufinteressenten Objekte für die Eigennutzung oder Vermietung.«

Kein Durchbruch bei Gespräch Bidens mit Republikanern über neue Corona-Hilfen

04.05 Uhr: Ein Treffen des neuen US-Präsidenten Joe Biden mit Senatoren der oppositionellen Republikaner zu neuen Hilfsmaßnahmen gegen die Coronakrise hat keinen Durchbruch gebracht. Die Senatorin Susan Collins sprach nach dem zweistündigen Treffen im Weißen Haus zwar von einem »sehr guten Meinungsaustausch«. Jedoch sei keine Einigung auf ein Hilfspaket erreicht worden.

Nach Angaben der Senatorin soll es weitere Gespräche geben. Sie erwarte, dass noch eine parteiübergreifende Vereinbarung über ein neues Maßnahmenbündel gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie getroffen werden könne, sagte Collins, die zum moderaten Parteiflügel der Republikaner gehört. Biden äußerte sich zunächst nicht zum Verlauf des Treffens.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte zuvor jedoch gesagt, dass die neue Regierung eine deutliche Reduzierung des Konjunkturprogramms ablehnt. Der am Ende vereinbarte Umfang des Programms müsse näher am Biden-Plan liegen, als dies eine Gruppe republikanischer Senatoren zuletzt gefordert hatte.

Die von Biden vorgeschlagenen Hilfsmaßnahmen haben ein Gesamtvolumen von 1,9 Billionen Dollar. Der Alternativplan der Republikaner-Gruppe, zu der Collins gehört, hat hingegen nur einen Umfang von etwa 600 Milliarden Dollar. Dies sei »offensichtlich eine große Spanne«, sagte Psaki.

Bidens Plan sieht unter anderem neue Schecks für Millionen Bürger von jeweils 1400 Dollar vor. Geplant sind auch 160 Milliarden für Corona-Impfungen, Tests und Gesundheitspersonal sowie 350 Milliarden Dollar Hilfen für Kommunen und Bundesstaaten. Der Plan der republikanischen Senatoren sieht hingegen nur 1000-Dollar-Schecks vor und keine Hilfen für die Kommunen und Bundesstaaten.

Bidens Demokraten kontrollieren zwar beide Kammern des Kongresses. Ihre Mehrheit im Senat ist jedoch nur hauchdünn. Um Bidens Corona-Programm als Ganzes durchzubringen, werden die Stimmen von 60 der 100 Senatoren gebraucht, bedarf es also der Zustimmung auch eines Teils der Republikaner.

Die neuen Hilfen sollen frühere Corona-Rettungsmaßnahmen ergänzen, die im vergangenen Jahr vom Kongress auf den Weg gebracht worden waren. Im März war ein Programm von 2,2 Billionen Dollar verabschiedet worden – das größte Hilfspaket der US-Geschichte. Die Finanzmittel wurden dann im April aufgestockt. Nach monatelangem Streit zwischen Demokraten wurde dann im Dezember ein weiteres Programm in Höhe von 900 Milliarden Dollar aufgelegt.

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