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Corona-News am Freitag: Die wichtigsten Entwicklungen zu Sars-CoV-2 und Covid-19 – DER SPIEGEL

USA-Fälle steigen weiter

06.30 Uhr – In den USA ist die Zahl der Corona-Infektionen binnen 24 Stunden um mindestens 191.982 auf 24,51 Millionen bestätigte Fälle gestiegen. Das geht aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten hervor. Mindestens 4157 weitere Menschen starben in Verbindung mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle auf 409.987. Die USA weisen weltweit die meisten Ansteckungen und Todesfälle auf.

Infektiologe: Auch vierte und fünfte Welle möglich

06.10 Uhr: Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen. »Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben«, sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

»Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann«, sagte Wendtner der Deutschen Presse-Agentur weiter. »Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand. Die Kunst wird darin liegen, dass wir von diesen Wellen nicht ganz so viel mitbekommen und sie flach halten. Und das funktioniert, wenn wir uns eher früher als später konsequent dazu entschließen, Einschränkungen zu akzeptieren.« Diese könnten dann auch eher auf ein erträglicheres Mindestmaß reduziert werden.

Das Wichtigste sei es nun, zügig mit dem Impfen voran zu kommen. »Wir müssen quasi im Akkord impfen. Es darf keine Anstrengung zu groß sein, um zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Großteil unserer Bevölkerung zu erreichen. Das ist das A und O in dieser Pandemie. Wir dürfen hier auch im Sommer nicht vergessen, dass danach der Herbst kommt.«

Für offene Fragen und Zweifel an der Impfung müsse es mehr Aufklärung geben. Die Impfstoffe hätten alle üblichen Testphasen durchschritten, die Nebenwirkungen seien sehr gering. Jeder könne etwa mit Mund-Nasen-Schutz, Abstand und auch Impfung dazu beitragen, dass die Pandemie unter Kontrolle komme und einschränkende Maßnahmen gelockert werden könnten. »Das ist noch mal ein Appell an die Vernunft und an die Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen.«

Wohltätigkeitsorganisation: Britischen Museen droht das Aus

03.20 Uhr: Die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie machen britischen Museen und Galerien zunehmend zu schaffen. Mehrere Kunststätten kämpften ums finanzielle Überleben, teilte die unabhängige Wohltätigkeitsorganisation Art Fund mit. Mehr Hilfe sei nötig, um vor allem kleinere Museen zu unterstützen. Mit einem Notfallfonds habe man nur 15 Prozent der Antragsteller unterstützen können. Derzeit stehen 2,23 Millionen Pfund (etwa 2,5 Millionen Euro) an Hilfsgeldern bereit – bei Anträgen in Höhe von mehr als 16 Millionen Pfund (etwa 18 Millionen Euro).

Der prominente Bildhauer Anish Kapoor sagte, die Museen stünden vor großen Schwierigkeiten. »Unsere jüngsten Untersuchungen haben ergeben, dass sechs von zehn Museen, Galerien und historischen Häusern um ihre Zukunft bangen«, sagte Art-Fund-Chefin Jenny Waldman. »Tragischerweise stehen bekannte und beliebte Museen die vor einer vorübergehenden oder dauerhaften Schließung.«

Kürzlich hatte das Florence-Nightingale-Museum in London angekündigt, vorerst dichtzumachen. »Die Pandemie hat uns in die Knie gezwungen«, sagte Museumschef David Green. Er sagte, es entbehre nicht einer gewissen Ironie, dass sein Haus schließe – Florence Nightingale war die Begründerin der modernen Krankenpflege, ihre Lehren werden auch in der Corona-Pandemie befolgt.

Karneval von Rio fällt dieses Jahr aus

03.05 Uhr: Rio de Janeiro hat seinen wegen der Corona-Pandemie bislang auf den Juli verschobenen Karneval komplett für dieses Jahr abgesagt. Es sei »unsinnig«, weiter darauf zu hoffen, dass im Juli die Voraussetzungen für den Karneval bestünden, sagte der Bürgermeister der brasilianischen Millionenmetropole, Eduardo Paes. Die nächsten offiziellen Karnevalsfeiern in Rio werden nach seinen Angaben deshalb erst wieder kommendes Jahr stattfinden.

»Im Jahr 2022 können wir – wenn wir alle richtig geimpft sind – das Leben und unsere Kultur mit all der Intensität feiern, die sie verdienen«, sagte Paes. Er stellte zugleich Finanzhilfen für all die Menschen und Vereine in Aussicht, die monatelang an der Vorbereitung des Karnevals gearbeitet hatten.

Der weltberühmte Karneval von Rio findet normalerweise im Februar oder März statt. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Sambaschulen, welche die prachtvollen Umzüge organisieren, im September beschlossen, den Karneval 2021 auf den Juli zu verschieben. Dabei hatten sie auf die Entwicklung und Auslieferung von Impfstoffen gesetzt.

Paes nannte es nun aber »unmöglich«, inmitten der fortdauernden Ausbreitung des Virus den Karneval zu organisieren. Brasilien verzeichnet nach den USA die weltweit höchste Zahl von Todesopfern der Corona-Pandemie. In dem südamerikanischen Land wurden bereits mehr als 213.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert.

Herzogin Kate lobt Krankenpfleger für Einsatz

02.35 Uhr: Herzogin Kate hat das Pflegepersonal für dessen Einsatz in der Corona-Pandemie gelobt. »Man hört immer wieder von den erstaunlichen Dingen, die Krankenpfleger im ganzen Land tun, die noch eine Schippe drauflegen«, sagte die Ehefrau von Prinz William bei einem Videogespräch mit Pflegerinnen und Pflegern in der Stadt Coventry, wie der Palast am Donnerstagabend mitteilte. »Und es sind Dinge, die nicht Teil der Ausbildung sind oder die Ihnen beigebracht werden, sondern Dinge, die von Herzen kommen.« Das sei es, was zähle: »Diese Freundlichkeit für die Patienten, die Sie versorgen und deren Angehörige nicht da sein können.«

Kate unterstrich in dem Gespräch auch die Rolle der Krankenpfleger bei den Massenimpfungen. Die Herzogin ist Schirmherrin einer Kampagne, die sich für ein besseres Ansehen von Pflegepersonal einsetzt. In Coventry hatte die damals 90-jährige Margaret Keenan im Dezember als erste Britin eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Katastrophenschützer rechnen absehbar nicht mit Triage-Situation

02.20 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rechnet absehbar mit keiner Situation, in der Ärzte beim Zugang zu Beatmungsgeräten zwischen Patienten entscheiden müssen. Präsident Armin Schuster warnte vor Panikmache im Zusammenhang mit Medienberichten über sogenannte Corona-Triagen. »Es gibt entgegen mancher Medienberichte keine Triagen in einem deutschen Krankenhaus«, sagte Schuster der »Rheinischen Post« und dem Bonner »General-Anzeiger«.

In einer Pandemie könnten Ressourcen in Krankenhäusern wie Beatmungsgeräte knapp werden. Wenn diese Geräte an Patienten verteilt werden müssen, nennt man dieses Verteilungssystem nach festgelegten Kriterien Triage. Das Wort stammt vom französischen Verb »trier«, was »sortieren« oder »aussuchen« bedeutet.

Wenn die notwendigen Corona-Regeln beherzigt werden, sei das »Triagieren« – bekannt aus der Militärmedizin – auch weiter nicht notwendig, sagte Schuster. Sein Amt mit Sitz in Bonn habe einen Überblick über die Lage in deutschen Krankenhäusern und bekomme täglich den aktuellen Stand zu freien Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsgeräten bundesweit.

Schuster sagte den Zeitungen zudem, eine dritte Infektionswelle sei auch nach ausgiebigem Impfen möglich. Noch 2021 könnten alle Deutschen geimpft sein, die das wollten: »Aber wir sollten die Gefahr einer dritten Welle nicht unterschätzen. Selbst wenn wir sehr gut impfen, könnte daraus zu früh ein gewisser Leichtsinn entstehen.«