Corona-News am Montag: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 75,8 – DER SPIEGEL

01.07 Uhr: In Russland ist auf Druck der Behörden ein Musikfestival abgesagt worden, auf dem auch Rammstein-Sänger Till Lindemann (58) hätte auftreten sollen. Lindemanns Konzert in Twer rund 160 Kilometer nordwestlich von Moskau sei ausgefallen, teilte Organisator Maxim Larin am Sonntagabend auf der Social-Media-Plattform VK mit. Medienberichten zufolge stand das Vorgehen der russischen Behörden offiziell im Zusammenhang mit Coronabeschränkungen für Großveranstaltungen.

Auch Lindemann selbst wurde bereits in der Nacht zum Samstag von Polizisten aufgesucht. Dabei wurde ihm der Agentur Interfax zufolge eine Mahnung überbracht, bei seinem Auftritt in Twer entsprechende Auflagen einzuhalten.

Veranstalter Larin hingegen brachte die Probleme für seine Musik-Veranstaltung mit den bevorstehenden Wahlen in Russland in Verbindung. Der Geschäftsmann kandidiert im September bei der Wahl zum Regionalparlament für die Oppositionspartei Rodina (Heimat). Zwischenzeitlich hatte es laut Larin die Hoffnung gegeben, dass Lindemann auf dem abgesperrten Gelände trotzdem auftreten könnte und das Konzert online übertragen würde.

Der deutsche Musiker, der in Russland sehr populär ist, soll zudem am kommenden Wochenende auf dem Roten Platz in Moskau bei dem Militär-Festival »Spasskaja Baschnja« auftreten.

VBE warnt vor Durchseuchung an Schulen

00.25 Uhr: Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt vor einer Coronadurchseuchung in den Schulen und pocht darauf, Schutzmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler je nach Höhe der Inzidenz auszubauen. »Statt Infektionen hinzunehmen oder zu verharmlosen, müssen bei stärkerem Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen auch mehr Schutzmaßnahmen ergriffen werden«, sagt VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Wer da jetzt wegschaut, nimmt die Durchseuchung der Ungeimpften in Kauf.« Das häufig angeführte Argument, dass Kinder eine Infektion mit dem Virus meist gut überstehen und nur leichte Symptome entwickeln, greife zu kurz. »Auch für Kinder besteht laut wissenschaftlichen Studien die Gefahr von Long-Covid.«

Pandemie wirft Schulbildung in Südafrika um 20 Jahre zurück

00.01 Uhr: Die Schulschließungen wegen der Pandemie haben die Schulbildung in Südafrika nach den Worten von Bildungsministerin Angie Motshekga um 20 Jahre zurückgeworfen. Mindestens 10.000 Schüler hätten seit der Pandemie die Schule abgebrochen, sagte Motshekga am Sonntag. Wegen Schulschließungen und Wechselunterrichts hätten Kinder im vergangenen Jahr zwischen 50 und 75 Prozent weniger gelernt als in normalen Jahren. Zudem seien 25.000 kleine Kinder weniger eingeschult worden als erwartet.

»Die noch nie dagewesenen Schulschließungen und die ungeplanten Unterbrechungen im Lehren und Lernen haben die Errungenschaften von mindestens 20 Jahren rückgängig gemacht«, bilanzierte Motshekga. Am schwersten seien die Auswirkungen in ärmeren ländlichen Gegenden und Townships, wo nur wenige Haushalte Internetanschluss haben.