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Geflüchtete Ukrainerinnen in Deutschland – Wir haben schon Arbeit! – News Inland – Bild.de

Sie sind geflüchtet vor Putins Angriffskrieg auf ihr Heimatland. Nun sind Zehntausende Ukrainer in Deutschland in Sicherheit – und auf der Suche nach einem neuen Anfang.

Einige von ihnen haben nach kurzer Zeit bereits einen Job bei uns gefunden. Möglich ist dies, da die Geflüchteten eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten haben, mit der sie in der Regel auch sofort eine Arbeit aufnehmen können.

Für viele Branchen sind die neuen Mitarbeiter ein Segen! Vor allem im Handwerk und in der Gastronomie fehlt es bundesweit an Fach- und Hilfskräften. BamS stellt vier junge Ukrainerinnen vor, die in Deutschland arbeiten – drei von ihnen sogar in denselben Berufen wie in ihrem Heimatland.

Hunderttausende Flüchtlinge kommen nach Deutschland – doch nur wenige werden registriert. 

Alexandra bringt Gerichte aus der Heimat zu uns

Bis Putin ihre Heimat überfiel, lebte ­Alexandra (21, Foto oben) glücklich in Odessa, arbeitete als Köchin: „Als der Krieg begann, konnte ich tagelang nicht schlafen, hörte fünf- bis sechsmal am Tag Explosionen und immer wieder diese Alarmsirenen. Darum floh ich mit dem Auto nach Polen, dann weiter im Flieger nach Frankfurt. Viele meiner Freunde starben bereits im Krieg. Es ist so furchtbar!“

Die junge Frau kam bei Maik Delling (41) und seiner Familie in Heimbach-Teningen (Ba.-Wü.) unter. Er führt dort das Schlosscafe. Alexandra: „Ich arbeite seit dieser Woche, backe ukrainischen Karottenkuchen und stelle eine Speisekarte mit Gerichten aus meiner Heimat zusammen. Ich freue mich sehr, dass ich jetzt hier in Deutschland sein darf, werde nach Ostern einen Deutschkurs machen. Aber sobald der Krieg vorbei ist, gehe ich zurück nach Odessa.“

Irina macht Torten für besondere Anlässe


Seit Ende März arbeitet Irina (29) in einer Berliner Konditorei
Seit Ende März arbeitet Irina (29) in einer Berliner KonditoreiFoto: Parwez

Sofort nach Kriegsbeginn kam Irina Palii (29) mit ihrem Mann und der einjährigen Tochter in Berlin an. Knapp zehn Tage später begann sie im „Datscha Bistro“ in der Hauptstadt als Konditorin. „Ich bin dankbar, dass ich das machen darf, was ich liebe“, sagt Irina. Bereits in ihrer Heimatstadt Odessa hatte sie als Konditorin gearbeitet. Ihre Spezialdisziplin: kreative Torten für besondere Anlässe. Ihre neue Chefin, Faina Kaplan (51), hat auch Irinas Mann eingestellt. „Das Gefühl, dass wir Arbeit haben und nicht hungern müssen, ist das Wichtigste“, sagt die Ukrainerin.

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Ivanka hat einen grünen Daumen


Ivanka (19) arbeitet seit Montag in einer Gartenbaufirma in Bayern
Ivanka (19) arbeitet seit Montag in einer Gartenbaufirma in BayernFoto: Robert Gongoll

Ivanka (19) und ihr Partner Gena (33) machten Strandurlaub in Hurghada (Ägypten), als in ihrer Heimat der Krieg ausbrach: „Wir konnten nicht mehr heim nach Riwne in der West-Ukrai­ne. Unser Flieger landete in Budapest, wir fuhren dann im Zug nach München.“

Dort wurden sie von Helfern an Siegfried Kahl (63) vermittelt. Er ist Chef einer Gartenbaufirma (20 Mitarbeiter) in Schmidgaden (Bayern). Ivanka und Gena wohnen seither bei ihm. Sie wollten unbedingt arbeiten und dürfen dies seit vergangenem Montag auch offiziell – täglich acht Stunden.

Ivanka: „Wir sind sehr dankbar! Aber wir beten, dass dieser ganze Kriegs-Horror endet und wir bald zurück nach Hause können.“


Geflüchtete Ukrainerinnen in Deutschland: Wir haben schon Arbeit!

Foto: BILD

Iryna lehrt an einer Gemeinschaftsschule


Iryna (38) telefoniert täglich mit ihrem Bruder und ihrer Mutter, die noch in Kiew sind
Iryna (38) telefoniert täglich mit ihrem Bruder und ihrer Mutter, die noch in Kiew sindFoto: Marcus Brandt/dpa

Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass Iryna Mikulska (38) aus Kiew vor dem russischen Angriffskrieg fliehen musste.

Nun lebt die Ukrainerin in Hamburg – und hat einen Job! Sie unterrichtet an der Gemeinschaftsschule Harksheide (Schüler ab der 5. Klasse) in Norderstedt (Schleswig-Holstein). Die studierte Englischlehrerin hilft 16 Kindern und Jugendlichen, die kürzlich aus der Ukraine geflüchtet sind. „Ich bin die Dolmetscherin“, sagt Iryna.

Über ihre neue Arbeit freut sich die Ukrainerin sehr: „Ich will nicht nur Lehrerin, ich will auch eine Freundin sein.“ Und: „Ich bin dankbar für meine Arbeit.“