/Ist das erlaubt? – Baerbocks Mann beeinflusst jetzt beruflich Politiker – Politik Inland – Bild.de

Ist das erlaubt? – Baerbocks Mann beeinflusst jetzt beruflich Politiker – Politik Inland – Bild.de

Es ist die heikelste Personalie seit Besetzung der Spitzenposten in der Ampel-Regierung: Annalena Baerbocks (41, Grüne) Ehemann Daniel Holefleisch (49) ist nun Top-Berater der Lobbyfirma MSL in Berlin!

Am Montag hatte Holefleisch seinen ersten Arbeitstag bei MSL, das bei Kunden (u.a. Industriekonzerne) mit engen Kontakten in die Regierung wirbt („Top-Level-Lobbying“). Die Themen der MSL-Lobbyisten u.a.: Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Tierschutz.

Ausgerechnet Baerbocks Mann hat einen Lobbyjob!

Seit Jahren kritisieren die Grünen den wachsenden Einfluss von Lobbyisten. Vorwurf u.a.: Bei Einladungen z. B. zu exklusiven Abendessen werden Politiker beeinflusst.

Ampel-Beratungen ab Montag: Kommt jetzt doch der Komplett-Boykott gegen Russland?

Auch auf Grünen-Druck hin wurde daher ein Lobbyregister im Bundestag eingeführt. Darin enthalten: MSL! Laut Register gab MSL 2021 rund 1,5 Millionen Euro für Lobbyarbeit bei Politikern aus.

Besonders pikant: Drei Wochen vor der Bundestagswahl gründete MSL eine Abteilung für Umweltschutz („Sustainability‘“). Also klassisch grüne Themen.

Auch Interessant

Holefleisch selbst war zu dem Zeitpunkt noch Lobbyist bei der Post/DHL. Kurz vor der Wahl sagte Baerbock zu BILD am SONNTAG: „Wenn ich ein Regierungsamt annehme, ist ganz klar, dass mein Mann seine Arbeit dort so nicht fortführen wird.“

Die Bundesregierung will EU-weit auf Russen-Öl verzichten – Doch was bedeutet das?

Sein neuer Chef, Wigan Salazar (51), hält die Personalie für völlig unproblematisch: „Bei MSL Germany arbeiten 26 registrierte Interessenvertreter, die im Auftrag unserer Kunden in Kontakt mit Parlament und Bundesregierung stehen – mit Daniel Holefleisch kommt ein weiterer dazu.“ Und: Im Arbeitsvertrag steht drin, dass Holefleisch nichts mit der Politik seiner Frau zu tun haben wird.

Doch es gibt Kritik, u.a. von Transparency. Deren Deutschland-Chef Hartmut Bäumer (73) ist „überrascht“ und mahnt: „Frau Baerbock und Herrn Holefleisch wird bewusst sein, dass sie in dieser Hinsicht nun unter besonderer öffentlicher Beobachtung stehen werden.“

Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Thorsten Frei (CDU) zu BILD: „Es handelt sich dabei sicherlich um eine schwierige Grauzone, die allen Beteiligten ein hohes Maß an Sensibilität abverlangt.“

CDU-Politiker Christoph Ploß: „Vor der Wahl haben die Grünen noch großspurig versprochen, dass Annalena Baerbock im Falle einer Regierungsbeteiligung nicht einmal den Anschein einer Interessenverquickung mit dem Beruf ihres Mannes entstehen lassen wolle. Dieses Versprechen hat die Außenministerin gebrochen. An der Person Annalena Baerbock zeigt sich zum wiederholten Mal: Gerade die Grünen, die bei anderen immer sofort die moralische Keule schwingen, haben ein massives Abgrenzungsproblem zum Lobbyismus.“