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Snowden vs. CBDCs: Wie gefährlich sind digitale Zentralbankwährungen?

Der Whistleblower Edward Snowden ist kein Freund von digitalen Zentralbankwährungen (CBDC). Bereits im Oktober 2021 bezeichnete er die unter Staaten immer populärer werdende Idee als Perversion einer Blockchain, eine “kryptofaschistische Währung”. In einem Interview mit Marta Belcher, Präsidentin der Filecoin-Stiftung, wiederholte der Hacker nun seine Bedenken: “Die Gefahr ist sehr einfach zu erkennen”.

Unter einer CBDC versteht man die digitale Version einer staatlichen Geldwährung, die von einer Zentralbank gestützt wird. Ähnlich wie bei anderen Kryptowährungen kann man ihr gewisse Eigenschaften “einprogrammieren”. Während Bitcoin und Ethereum aufgrund ihrer Eigenschaften als (mehr oder weniger) dezentral gelten, sind CBDCs von vorneherein zentralisiert. Sie unterliegen staatlicher Kontrolle. Seit 2020 arbeiten Regierungen weltweit an der Einführung digitaler Zentralbankwährungen.

China hat im Zuge der Olympischen Spielen in Peking diesen Februar erstmals seinen E-Yuan getestet. Auch die USA und Europa forschen intensiv am Thema. Der digitale Dollar habe “höchste Priorität”, erklärte Joe Biden in einem Präsidentenerlass diesen März. Dieser gilt als Startschuss der Krypto-Regulierung in den USA.

CBDCs als Gefahr für die Freiheit

Befürworter versprechen sich von einem CBDC viele Vorteile für den Staat, dessen Bürger und ansässige Unternehmen. US-Wirtschaftsprofessor Dr. Eswar Prasad schrieb : “Da Transaktionen per CBDC überwacht und im gleichen Zuge unterbunden werden könnten, ließe sich Finanzkriminalität besser erkennen und bekämpfen.” Kleine Geschäfte würden von geringeren Transaktionsgebühren profitieren. Und während einer Inflation hätte die Federal Reserve (FED) mehr Möglichkeiten gegenzusteuern. Sie könnte das digitale Zentralbankgeld so programmieren, dass es auf dem Konto der Bürger mit der Zeit automatisch weniger wird. Der Anreiz zum Konsum würde die Wirtschaft stimulieren.

Edward Snowden sieht im CBDC vor allem eine Gefahr für die finanzielle Unabhängigkeit der Bürger. Regierungen könnten “unsere Freiheiten, Geld zu nutzen, immer stärker einschränken.” Als Beispiel verweist Snowden auf den Umgang der kanadischen Regierung mit Anti-Corona-Maßnahmen-Protesten im Februar 2022.

Trucker in Ottawa demonstrierten für eine Lockerung der Maßnahmen, der Staat reagierte mit harten Strafen, vor allem finanzieller Natur. Man konfiszierte Spenden an die Demonstranten in Millionenhöhe von Webseiten wie GoFundMe. Dann verhängte der kanadische Premierminister das Kriegsrecht.

Snowden ist nicht der einzige scharfe Kritiker des CBDC

Mit umfassenden Befugnissen fror er die Bankkonten der Demonstranten ein und zwang Versicherungsunternehmen, ihre Policen zu streichen. Zentralisierte Krypto-Börsen wie Coinbase wurden von der Regierung aufgefordert, die Accounts von sanktionierten Personen zu sperren. Auch Spendern drohte er mit finanziellen Sanktionen.

“Dass ausgerechnet Kanada das tut, eine demokratische und aufgeklärte Regierung, ist ein eindrückliches Beispiel dafür, warum wir über diese Entwicklung besorgt sein sollten”, sagte Snowden. “Die Regierung ist in der Lage, uns auf Knopfdruck unser Geld aus der Brieftasche zu nehmen. Das sollte uns alarmieren. Egal, ob man für oder gegen diesen speziellen Protest ist.”

Snowden ist nicht der einzige scharfe Kritiker der Einführung eines CBDC. Jake Chervinsk von der Krypto-Lobbygruppe Blockchain Association warnte diesen Donnerstag ebenfalls vor einem “totalitären Alptraum” durch die Kreation digitaler Zentralbankwährungen. “Die Regierung wüsste zu jeder Zeit, was Sie ausgeben und wo Sie es ausgeben. Sie könnte den CBDC nach ihrem beliebigen programmieren und festlegen: ‘Du darfst diesen Dollar nur an bestimmten Orten ausgeben.’ Sie könnte Konten einfrieren oder jederzeit Geld von den Konten abheben.”

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