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Ukraine-Krieg: Zoo in Charkiw muss nach schwerem Beschuss Tiere töten – News Ausland – Bild.de

Bis zum Kriegsbeginn war der Feldman Ecopark in Charkiw ein stolzer Tierpark: Auf seiner Webseite beschreiben die Betreiber ihn als „vielseitiges Wohltätigkeitsprojekt“, das „die Pflege von Tieren, Therapie für Kinder mit besonderen Bedürfnissen“ sowie Wissenschaft und Forschung verbinde. Einige Wochen nach dem ersten Beschuss durch die russische Armee droht der Ecopark zum traurigsten Zoo der Welt zu werden.

Durch den anhaltenden Beschuss auf Charkiw ist das Zoogelände so schwer zerstört worden, dass viele Tiere wohl eingeschläfert werden müssen!

Die Gehege und die gesamte Infrastruktur seien von Artillerie und Luftwaffe getroffen worden, sagte der Gründer des Zoos, Alexander Feldman, am Dienstag in einer in den sozialen Medien veröffentlichten Videobotschaft. Es gebe keine Möglichkeit, die Tiere abzutransportieren und so zu retten.

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Feldman nannte es ein „Wunder“, dass Tiger, Löwen und Bären bislang am Leben geblieben seien. Ihre Käfige drohten aber jeden Augenblick einzustürzen und die Raubtiere damit auszubrechen.

Feldman sagte weiter: „Vielleicht können wir die kleinen Jaguare und Panther retten, aber die erwachsenen Tiere müssen wir wohl alle töten.“ Der Park ist ein seit 2013 bestehender 140 Hektar großer Landschaftspark in der Ostukraine. Rund 2000 Tiere sind in dem Park untergebracht.


Ein toter Strauß in Yasnohorodka
Ein toter Strauß in YasnohorodkaFoto: Vadim Ghirda/AP


Helfer evakuieren ein geschwächtes Pony
Helfer evakuieren ein geschwächtes PonyFoto: Vadim Ghirda/AP

Aus anderen Zoos und Farmen in der Ukraine gibt es ähnliche Horror-Berichte: So sollen auf einer Straußenfarm in Yasnogorodka (nahe Kiew) mehrere Tiere, darunter Kamele und Straußen, verhungert sein. Andere seien von streunenden Hunden gefressen worden.

Immer wieder gibt es Berichte über Evakuierungen von großen Wildtieren aus dem Kriegsgebiet. Unter anderem brachte eine Tierschutzorganisation „schwer traumatisierte“ und unterernährte Löwen und Tiger über Polen und Deutschland in die Niederlande, wo sie nun so lange aufgepäppelt werden sollen, bis sie in ein Reservat in Südafrika gebracht werden können.

Zwei Löwen und Tiger sind aus der Ukraine in die Niederlande gebracht worden. Sie seien „schwer traumatisiert“, heißt es.

Für die Tiere im Feldman Ecopark gibt es aber keine Hoffnung mehr. Zu groß sind die Schäden auf dem Gelände und an den Gehegen. Besitzer Alexander Feldman traurig: „Es gibt keinen Ecopark mehr.“

Wieder schwerer Beschuss in der Nacht

Das Gebiet Charkiw, das direkt an der russischen Grenze liegt, war eines der ersten Angriffsziele der Russen und steht seit Kriegsbeginn unter schwerem Beschuss. Die Kämpfe um die zweitgrößte Stadt der Ukraine wurden mit besonderer Härte und dem Einsatz von Luftwaffe und Artillerie geführt. Große Teile der Stadt sind verwüstet, es gibt Opfer unter der Zivilbevölkerung.


Charkiw ist eine der am stärksten getroffenen Städte. In der Nacht kam es erneut zu heftigem Beschuss. Erneut wurden auch Wohngebiete getroffen
Charkiw ist eine der am stärksten getroffenen Städte. In der Nacht kam es erneut zu heftigem Beschuss. Erneut wurden auch Wohngebiete getroffenFoto: David Young

Auch in der Nacht zu Mittwoch kam es zu erneuten Angriffen. Es habe 27 Angriffe mit verschiedenen Waffen gegeben, schrieb der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, am Mittwoch auf Telegram. „Der Feind will uns demoralisieren und führt weiterhin chaotische Schläge gegen die zivile Infrastruktur aus.“

Ukrainer wurde in Bautzen von einem Russen mit einem Radmutternschlüssel angegriffen.

Synjehubow teilte auch mit, dass bei der Stadt Isjum gekämpft werde. „Unsere Streitkräfte halten die Stellungen. (…) Die Russen versuchen durchzubrechen, aber sie scheitern und erleiden stattdessen schwere Verluste.“

Der ukrainische Generalstab schätzt, dass seit Beginn der Invasion insgesamt etwa 18 600 russische Soldaten getötet wurden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Russland hatte als letzte Zahl 1351 getötete Soldaten genannt.