/Unterstützung für die Ukraine: Wie man in Potsdam und Mittelmark helfen kann – Potsdam – PNN

Unterstützung für die Ukraine: Wie man in Potsdam und Mittelmark helfen kann – Potsdam – PNN

Potsdam – Kleidung, Lebensmittel, Hygieneprodukte: Die Spendenbereitschaft in Potsdam und der Region für die Betroffenen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine reißt nicht ab. Bei der bisher größten Sammelaktion am Drewitzer Silbergraben füllten die Spenden bisher fünf Lastwagen. Wie die Stadt mitteilte, werden die Güter nach Uschgorod im Westen der Ukraine gebracht und dort verteilt. 

Ziel sei es, auch am Mittwoch noch zu sammeln, sagte Mitorganisatorin Inna Strütt auf PNN-Anfrage. Am Dienstag bedankte sich Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) für den Einsatz der Spendensammler.

Am Mittwochmorgen wollte der Potsdamer Kfz-Meisterbetrieb Erol mit einem mit Spenden beladenen 40-Tonner in Richtung Ukraine aufbrechen.

Eine weitere Sammelstelle ist in der Bornimer Rückertstraße 17b entstanden, hier soll am Freitag ein Transporter starten – bis Donnerstagabend können dort noch Einweg und Babynahrung, Medizingüter und Schlafsäcke abgegeben werden.

Die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt will in der Nacht zu Donnerstag eine Spendenlieferung nach Lublin im Osten Polens bringen. Von dort aus benötigt man mit dem Auto rund zweieinhalb Stunden bis zur Grenze zur Ukraine. Hunderte Kisten wurden gepackt.

Wie die Awo mitteilte, können noch bis zum Mittwochnachmittag Spenden in die Geschäftsstelle in der Neuendorfer Straße 39a gebracht werden. Die anderen Awo-Sammelstellen stehen den Angaben zufolge aus logistischen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Benötigt werden noch haltbare Lebensmittel, Babynahrung, Hygieneartikel, Windeln, Isomatten, Decken, Medikamente (Schmerzmittel etc.) und Verbandsmaterial. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Bisher kamen mehr als 4000 Euro zusammen. Die Awo plant zudem die Einrichtung einer Beratungsstelle für Geflüchtete. “Wir müssen damit rechnen, dass auch unbegleitete Kinder in der Landeshauptstadt ankommen. Sie dürfen wir nicht allein lassen”, sagte AWO-Vorstandsvorsitzende Angela Schweers.

Das Fanprojekt Babelsberg sammelt gemeinsam mit der Stiftung SPI Sachspenden, die noch am Mittwoch und Donnerstag im Fanladen in der Rudolf-Breitscheid-Straße 19 oder im Lindenpark in der Stahnsdorfer Straße 76/78 abgeliefert werden können. 

In Golm sammeln am Samstag (5.3.) ab 12 Uhr auf dem Parkplatz hinter Haus 14 in der Karl-Liebknecht-Straße die Studierenden des Lesecafés mit dem Nachbarschaftshilfeteam und dem Familienbündnis sowie Freiwilligen aus Golm Spenden für Flüchtlinge. Nach Angaben von Ortsvorsteherin Kathleen Krause werden Decken, warme Anziehsachen, Schlafsäcke, Verbandmaterial, Kindersachen, Waschsachen, Wasser, Luftmatratzen und ähnliche Sachspenden benötigt.

Das Jugend- und Familienzentrum “ClaB” in Stahnsdorf (Bäkedamm 2) nimmt noch bis Donnerstag (3.3.) von 10 bis 18 Uhr Sachspenden – möglichst in einem Karton verpackt und mit Angaben über den Inhalt – entgegen. Dort richtete die Gemeinde Stahnsdorf eine Sammelstelle ein. Die erste Lieferung soll am Freitagmittag nach Polen gefahren werden. Fragen können unter Rufnummer 03329 62205 gestellt werden. 

In Teltow können am Mittwoch (10 bis 18 Uhr), Donnerstag (10 bis 18 Uhr) und Freitag (10 bis 13 Uhr) Güter im Stubenrauchsaal im Neuen Rathaus abgegeben werden. Am Freitag oder am frühen Samstag solle ein erster Transport nach Polen starten, heißt es auf der Homepage der Stadt. Eine Liste der benötigten Dinge gibt es hier.

Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion der Stadt Teltow, der Gemeinde Kleinmachnow und Teltows polnischer Partnerstadt Zagan. In Kleinmachnow soll noch eine Abgabestelle geöffnet werden.

Eine Übersicht der Stadt zu Hilfsmöglichkeiten in Potsdam: https://www.potsdam.de/hilfe-fuer-die-ukraine.

Die Initiative Brandenburg Hilft will alle Initiativen und Anlaufstellen im Land auflisten. Mit dem Online-Hilfe-Portal HelpTo wird eine Plattform zur Vermittlung von Sachspenden, Unterkünften, Spendenaktionen und ehrenamtlichem Engagement geboten.

Der Mädchentreff Zimtzicken in Potsdam (Hans-Marchwitze-Ring 55) richtet am Freitag von 15 bis 17 Uhr einen Kuchenbasar unter dem Motto “Ein Stückchen für den Frieden” aus. Von den Einnahmen sollen Nahrungsmittel und Hygieneartikel für die geflüchteten Kinder und Mütter gekauft werden.

Der Verein Beelitz Hilft will mit den Recura Kliniken Bedürftige mit Medikamenten für chronisch Kranke versorgen. Wer Unterstützung leisten möchte, wendet sich bitte per Mail an [email protected] Ein Spendenkonto wurde ebenfalls eingerichtet (Beelitz hilft, e.V., Stichwort Ukrainehilfe an die IBAN DE75 8306 5408 0004 0234 20).

Unterstützung bei der Suche nach Unterkunft

Potsdams kommunale Wohnungsholding Pro Potsdam hat angekündigt, kurzfristige Hilfe zur Unterbringung ukrainischer Geflüchteter in Potsdam in Wohnungsverbünden zu leisten und temporäre Wohnlösungen anzubieten.

Offiziell hat die Stadt bis Dienstagabend keine Ukrainer aufnehmen müssen, angekommene Geflüchtete seien bisher ausnahmslos bei Freunden oder Verwandten untergekommen, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow den PNN. Man sei zugleich aber im Gespräch mit weiteren Anbietern von Unterkünften, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Auch bereite sich der Rathauskrisenstab auf die Versorgung mit Schul- und Kitaplätzen vor, hieß es.

Brandenburger:innen die Geflüchteten eine Unterkunft bieten wollen, können sich per Mail ([email protected]) an das Integrationsministerium wenden. “Die Angebote werden von dort an die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte, die die Unterbringung vor Ort koordinieren, weitergeleitet”, teilte das Ministerium mit.

Ukrainische Geflüchtete dürfen kostenlos Zug fahren

Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) können Menschen mit ukrainischen Ausweisdokumenten kostenfrei mit dem Bus und der Bahn fahren. Wie der VBB mitteilte, gilt die Regelung zunächst bis zum 31. März.

Es hilft auch der Veritas-Pflegedienst in Potsdam: Dort können Erste-Hilfe-Boxen, Verbandsmaterial und Thermounterwäsche abgegeben werden. Die Adressen: Zeppelinstraße 23b und 148, Infos unter www.pflegedienstpotsdam.de. Ähnliche Aktionen starteten die PT Lounge Potsdam in der Georg-Hermann-Allee 28, aber auch die “Buena Vida Coffee”-Rösterei in der Gartenstraße 3 in Babelsberg.

Um den Menschen in der Ukraine zu helfen, spendet der „Original Dino Circus Rogall-Berlin“ in Zusammenarbeit mit der Agentur Netzwerk einen Teil seiner Einnahmen. Der Zirkus feiert derzeit sein 45-jähriges Bestehen und gastiert vom 4. bis zum 20. März in der Ricarda-Huch-Straße im Kirchsteigfeld.

Die Ehrenamtlichen des internationalen BegegnungsCafés Potsdam suchen unterdessen Übersetzer:innen. Wer die russische oder die ukrainische Sprache beherrscht, kann sich unter der Rufnummer  0331/705208 oder per Mail an [email protected] melden. Gefragt seien zudem Russischlehrer:innen, auch für längerfristige Deutschkurse.

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Auch das Bergmann-Klinikum hilft

Viele Kontakte hat das Klinikum „Ernst von Bergmann“ ins Krisengebiet – nicht nur wegen mehr als 100 Beschäftigten, die aus der Ukraine stammen. Klinikchef Hans-Ulrich Schmidt sagte, das kommunale Gesundheitsunternehmen habe „enge Verbindungen“ zum Beispiel in das Lviver Pflege-Kollege – und nach Kiew, in die Staatliche Medizinische Universität sowie das Staatliche Landeskrankenhaus für Kinder- und Jugendliche „Ochmadit“. 

Schmidt sagte, hier kläre man, ob und in welchem Umfang Medikamente und medizinische Gerätschaften benötigt werden und wie man unterstützen könne. Das stimme das Klinikum mit dem Rathaus gerade ab. Ferner habe es für die betroffenen Mitarbeiter eine Kontaktadresse eingerichtet. „Hier erreichen uns Fragen zu Wohnmöglichkeiten, zum Krankenversicherungsstatus von Angehörigen, aber auch generelle Fragen zum Aufenthaltsrecht“, so Schmidt weiter. Hier unterstütze die Klinikleitung Mitarbeiter, auch bei der Aufnahme von Angehörigen.

Aktion im Hans Otto Theater

Potsdamer Kulturschaffende engagieren sich ebenfalls. Für den Mittwochabend hat das Hans Otto Theater nun eine Sonderveranstaltung unter dem Titel „Gemeinsam für das Sprechen“ angekündigt. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Reithalle. Ensemblemitglieder sowie Gäste wie die Schauspielerinnen Nina Gummich und Rita Feldmeier wollen so ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bekunden. 

Gelesen werden sollen Texte und Beiträge ukrainischer und russischer Autor:innen, die den Krieg aktuell beschreiben – aber auch solche, die ihn vorausgesehen haben oder, so das Theater, „um die Spuren kreisen, die er in der DNA einer Nation hinterlassen wird.“ Der Eintritt ist frei.

Hilfe für ukrainische Organisationen:

„“ (sammelt Spenden für verschiedene Bedürfnisse der Zivilbevölkerung der Ostukraine und für Binnengeflüchtete)

„“ (Sammlung verschiedener Materialien und Spendenmöglichkeiten)

„“ (medizinische Rucksäcke)

„“ (Hilfe für traumatisierte Kinder)

„“ (Nachtsichtgeräte, blutstillende Mittel usw.)

Hilfe für weitere Organisationen:

 (organisiert einen Konvoi für Flüchtlinge an der slowakisch-ukrainischen Grenze)

 (Ukraine-Hilfe)

 (Katastrophen- und Krisenhilfe)
DRK (Humanitäre Hilfe in der Ukraine)

 (Krieg in der Ukraine – Men­schen in Not)

 (Soforthilfe)

„“ (Hilfe für die ukrainische Zivilbevölkerung)

 (Hilfe für Kinder)

 (ambulante Sprechstunden, psychologische Gespräche)

 (Hilfe für Binnenflüchtlinge)

 (Informationen für Menschen, die aus der Ukraine nach Rumänien flüchten, eine Bettenbörse wird )

 (Spenden für nicht-tödlichen Kriegsbedarf wie Westen und Helme, Behandlung von Wunden, Reparatur von Armeegebäuden)

 für Kriegsflüchtlinge